Ecuador

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Dienstag, 2. September 2014

mi primera día en el colegio

Hola,

am Montag kam der Tag, den ich während meiner ersten Woche hier in Ecuador erfolgreich verdrängt habe, weil ich erstens überhaupt keine Lust auf Schule hatte und ich zweitens Angst hatte, dass mich keiner Mag.
Ich musste um sechs Uhr aufstehen, war aber schon ab fünf wach, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Als ich dann duschen wollte, musste ich leider feststellen, dass das warme Wasser nicht ging und ich deswegen mit eiskaltem Wasser duschen musste und danach musste natürlich ich meine wunderschöne Schuluniform anziehen. Besser hätte dieser Tag für mich überhaupt gar nicht anfangen können! Nachdem ich dann runtergeganen bin musste ich mir erstmal von fast allen anhören, dass meine Schuluniform doch total schön sei und das hat mir dann gereicht. Ich hätte direkt in den Flieger nach Deutschland steigen können, weil ich ja sowieso nicht die geringste Lust auf die Schule hatte und dazu noch dieser wundervolle morgen.
Da kein Flieger von meinem Haus aus fliegt, bin ich halt mit meinem Papa in die Schule gefahren. Während der Fahrt ist mir so richtig klar geworden, dass ich diese Schule ein Jahr besuchen werde, nicht nur ein paar Tage! Mir ist klar geworden, dass ich hier nicht nur einen kurzen Austausch wie meine drei Monate Frankreich damals, sondern dass ich hier wirklich ein ganzes Jahr bleiben werde. In der Schule angekommen war das so ein komisches Gefühl, denn die meisten kannten sich und haben sich total nett und freundlich begrüßt und ich kannte halt gar keinen. Mein Papa hat mich dann ein paar anderen aus meiner Klasse vorgestellt und daraufhin ist er gegangen. Und dann war ich alleine! Mit vielleicht hundert anderen Ecuadorianern, die ich nicht kannte. Wir mussten uns dann in Reihen aufstellen und dann hat der Direktor ne kurze Ansprache gehalten, wovon ich natürlich null verstanden habe. Danach sind wir in die Klassen gegangen und ich hatte ein großes Problem, den ich wusste nicht ob ich in der Klasse a oder b bin. ich bin den anderen einfach hinterhergelaufen und bis heute bin ich jetzt in der a, obwohl ich eigentlich in der b sein sollte:)das interessiert hier aber niemanden.
In der Klasse wurden uns dann gefühlte 5 Stunden die verschiedensten Regeln erklärt, wovon ich natürlich nichts verstanden habe:) Die eine Lehrerin hat irgendwann so gefragt, ob zwei Personen bereit wären sich ein bisschen um mich zu kümmern und mir bei Problemen beiseite zu stehen. Fast alle Arme der Klasse sind nach oben geschossen - ich war baff! Ich habe ja vorher schon gemerkt, dass die Ecuadoraner sehr freundlich und offen sind, aber mit sowas hätte ich beim besten Willen nicht mitgerechnet. Ich durfte mich dann neben Camila, die ausgesucht wurde und richtig gut englisch spricht (endlich mal eine :D) setzten, damit sie mir manchmal ein bisschen was übersetzten kann. Darüber bin ich echt sehr froh, da dieser sehr schöne Klassenraum hallt wie sonstwas! Selbst wenn ich mich anstrenge, was zu verstehen verstehe ich nichts, weil es so hallt.
Alle neuen-mich eingeschlossen- mussten so einen komischen Englischtest machen, damit wir irgendwie eingestuft werden können. Dieser Test war echt überhaupt nicht schwer:)

Meine Klassenkameraden sind echt alle total nett und freundlich :) Heute hat mich einer so gefragt, was ich denn alles für Sprachen kann. Ich meinte so, dass ich natürlich deutsch kann, englisch auch so, dass ich mich unterhalten kann, französisch auch ganz gut, weil ich ja in Frankreich bin und ich ja gerade dabei bin spanisch zu lernen. Er war ganzschön baff und meinte nur so,  dass er ja nur mit englisch schon Probleme hat. Ein anderer meinte dann so, dass er ja noch nichtmal Spanisch vernünftig schreiben könne:) Ich musste so lachen und alle anderen auch :)
Meinen Physiklehrer mag ich allerdings überhaupt nicht, denn er hat so Formeln angeschrieben und die sollten wir dann ins Heft übertragen. Soweit so gut, aber kurz vor Ende der Stunde meinte der dann so, dass wir jede Formel fünf mal aufschreiben müssten und nicht vorher in die Pause gehen dürften. Ich fand das natürlich vollkommen sinnlos und irgendwie waren dann schon alle fertig und durften gehen und ich war aber noch nicht fertig. Ich hatte dann auch kein Bock mehr weiter zu machen und bin dann halt zu ihm hingegangen, weil er jedes Heft auch kontrolliert hat. "Das ist aber nicht fertig! Das musst du noch machen", war sein Kommentar zu meinem Heft. Ich meinte darauf hin dann, dass ich sowieso nichts verstehe (was er wusste), die Variablen in Deutschland anders benannt sind (was er wusste) und ich eine Austauschschülerin (was er wusste) bin und ich sowieso keine Noten brauche und ich nur hier bin um die Sprache und die Kultur zu lernen. Seine Antwort war, dass ich das zuhause fertig machen muss. Na super! In der Pause habe ich dann erfahren, dass es nicht nur unserer Physiklehrer, sondern auch unser Mathelehrer ist- wie ihr euch sicher vorstellen könnt, habe ich mich riesig gefreut!
Mein Biolehrer ist mir auch nicht so der sypatischte, der kam in die Klasse, hat mich gesehen  und er hat natürlich sofort erkannt, dass ich nicht von hier komme mit blonden Haaren und heller Haut ist das natürlich nicht zu übersehen :D  ER fragt dann so in die Klasse, ob ich von hier sei und ob ich spanisch könnte. Hat mich natürlich sehr gefreut, dass er mich nicht wie alle anderen persönlich gefragt hat. Als ich dann mit meiner normalen Stimme und aus der zweiten Reihe gefragt habe, ob ich mal bitte auf die Toilette gehen dürfte, sollte ich das alles nochmal lauter wiederholen- in diesem Moment wurde es natürlich total still in der gesamten Klasse, sodass jeder mir zuhörte. Toll war das nicht am ersten Tag.
Achso ja vielleicht noch was allgemeines: die Schule fängt um 7.30 an und hört um 14.10 auf. An dem ganzen Tag gibt es nur eine Pause, die eine halbe stunde lang ist.
Mein erster Tag war doch gar nicht so schlimm, wie erwartet. Blond sein hilft hier echt weiter :)

viele Grüße vom anderen Endeder Welt
Lisa

P.S Ich konnte die Bilder von meinem Handy irgendwie nicht auf meinen Computer laden, deswegen kommen auch diesmal die Bilder später